Human Risk Factors

Das Expertenteam um den Arbeitskreisleiter Andreas Fornefett hat sich zum Ziel gesetzt, entlang von Risikomanagementstandards (wie ISO 31000) Verbesserungspotenziale auf Basis neurowissenschaftlicher und psychologischer Erkenntnisse zu erarbeiten. Hierzu zählen beispielsweise auf der Ebene der einzelnen Person: die Schärfung des Risikobewusstseins und der Haltung gegenüber dem Risikomanagement, auf der Ebene der Organisation: die Entwicklung einer Risikokultur. Die Verbesserungen sollen eine komplexe Betrachtung von „Risiko“ und ein integriertes Management von Chancen und Gefahren unterstützen. „Im Grunde geht es um ein neues Verständnis unseres Gehirns, das es für das Risikomanagement nutzbar zu machen gilt, um Lernprozesse zu ermöglichen und so Fehlentscheidungen besser vorzubeugen“, erklärt Andreas Fornefett. Und er ergänzt: „Methoden, die dabei zum Einsatz kommen, sind insbesondere Kommunikationstechniken, zum Beispiel solche, die uns über eine verstärkte Selbstwahrnehmung erlauben unsere Emotionen zu regulieren. Dazu gehören aber auch Modellierungs- und Simulationsverfahren, die Denk- und Entscheidungsprozesse transparent und nachvollziehbar und damit leichter kommunizierbar machen.“

Aktuell setzt sich der Arbeitskreis in seinen anstehenden Sitzungen mit dem Thema „Risikokultur“ auseinander. Zum einen im Kontext der Fehlerkultur eines Unternehmens. Es wird dazu das menschliche ‚Fehlverhalten‘ in einer Organisation (Organisational Misbehaviour) untersucht und verschiedene Ansätze, Modelle und Lösungen für die Praxis werden diskutiert. Zum anderen im Kontext vorhandener Standards, insbesondere dem IDW PS 981 und der ISO DIS 31000, die inzwischen einige Vorschläge und Vorgaben hierzu entwickelt haben. Im zweiten Halbjahr möchte sich der Arbeitskreis intensiver mit dem Thema Mensch und IT im Spannungsfeld von Governance, Risk & Compliance auseinandersetzen.